• Reportage,  Sehenswert

    Avoca – Traum aus Garnen und Farben

    Ein Paradies für Touristen und Traditions-Liebhaber Es war einmal eine kleine Mühle im Örtchen Avoca. 1723 entstand sie als Kooperative, um den Bauern die Möglichkeit zu geben, ihre Wolle zu spinnen und zu weben. Daraus entstanden Stoffe für Kleidung und Tücher. Das Garn war naturweiß, so wie es vom Tier kam. Farbe kam erst sehr viel später ins Spiel. Natürliche pflanzliche Färbemittel sorgten mit rot, grün und gelb für eine bis dahin ungewohnte Farbenpracht und machten die Tücher auch über Avoca hinaus immer beliebter. Es entstand der Qualitätsbegriff der „Avoca Handweaver“ und der Bekanntheitsgrad stieg kontinuierlich, vor allem in den 1920er und 1930er Jahren, als die Weberei von drei Schwestern…

  • Sehenswert

    Die Mühle von Skerries

    Die Macht durch den Wind Wer den Wind zähmen kann, verfügt über Kraft und Energie – ein Prinzip, das heute auf technisch höherem Niveau, aber auf der gleichen Grundlage wie in früheren Zeiten, wieder aufgegriffen wird. Im Osten Irlands nördlich von Dublin in dem kleinen Ort Skerries gibt es eine interessante Anlage, die Einblick gibt in die Mühlenkultur. Windmühlen sind weltweit ein faszinierendes Thema. Die Kunst, die Kraft der Naturgewalten verfügbar zu machen, hatte vor allem praktische Auswirkungen auf die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Menschen, die damit ihr Leben nachhaltig verbesserten. Heute muten die alten Bauwerke wie aus der zeit gefallen an: Die gleichmäßigen Drehungen der Flügel, die typischen…

  • Reportage,  Sehenswert

    Connemara Heritage Centre

    Dan O’Hara – Ein Vermächtnis Die ausgebaute Straße von Galway direkt nach Clifden scheint fast schon eintönig zu werden. Ständig der weite Blick rechts und links in die braun-grünen Hügel denen man die Höhe von 500 oder 600 Meter kaum zutraut und die mit ihren weich fließenden Konturen in die vereinzelten Wolkendecken eintauchen. Die Tankstelle, die wir von unserer Reise vor drei Jahren noch als lebendigen Mittelpunkt mitten in der Einöde in Erinnerung hatten und die sich direkt an der großen Kreuzung von Maam Cross befand, liegt nur noch verlassen und gleichsam ausgeblutet am Wegesrand. Vielleicht hätten wir doch noch in Galway tanken sollen. Plötzlich ein Stau. Stop and Go.…

  • Sehenswert

    Ulster Transport Museum

    Spektakel für Enthusiasten der Mobilität Das Ulster Folk & Transport Museum bei Holywood ist ein echtes Spektakel. Wenige Kilometer östlich von Belfast an der A2 zwischen Belfast und Bangor gibt es nicht nur das bewirtschaftete Freilichtmuseum, sondern auch das Transportmuseum. Aber auch diese lapidare Bezeichnung ist viel zu kurz gegriffen. Es ist eine Mischung aus modernem Design, modernster Ausstellungstechnik und zahllosen historischen Exponaten. Und nach einem halben Tag auf dem Gelände stellt man erstaunt fest: man hätte sich noch mehr Zeit nehmen sollen. Hier trifft man auf gelebte Vergangenheit und kann selbst sehr viel erleben. Die „Irish Railway Galleries“ ist groß und prachtvoll. Original-Dampflokomotiven, Waggons, Reise- und Güterzüge, Zugmaschinen für kleine und…

  • Genuss,  Sehenswert

    Tom Crean Biergenuss

    Ein Denkmal für Tom Crean Tom Crean ist nicht nur auf der Dingle Halbinsel sehr bekannt und ein Held. Anfang des 20. Jahrhunderts war er bei drei der vier Antarktis-Expeditionen dabei. Außerdem betrieb er seinen Pub „The South Pole Inn“ in Annascaul. Heute ist das ein uriger Pub, der vollgepackt ist mit Erinnerungsstücken. Und wie kann man Helden noch ehren? Die Dingle Brewing Company hat ihr Lagerbier nach ihm benannt. So geht Erinnerungskultur auf irisch.  Es ist ein für irische Verhältnisse sehr warmer Tag und wir sind über den Connor Pass nach Dingle hinein – und hätten die Brauerei fast übersehen. Denn wer bei diesem Brauhaus an ein großes Gebäude mit hohen Silotürmen denkt,…

  • Sehenswert

    Glendalough – Mysterium am See

    Der Weg ist das Ziel. Es sind nur wenige Kilometer, dennoch liegt unser Ziel weitab von den Städten abgeschieden in den Wicklow Mountains südlich von Dublin. Uns erwartet ein weiteres fesselndes Zeugnis der Vergangenheit: Das Tal der zwei Seen. Endlos erscheinen uns die kurvenreichen Sträßchen durch den dichten Wald, die uns nach Glendalough bringen. Schon wer den Namen ausspricht, scheint in die Riege der Mystiker aufgenommen zu sein. Glendalough ist der Inbegriff der Christianisierung in Irland. Der Ort war lange Zeit das magische Zentrum der Mönche, die dieses Areal im 6. Jahrhundert für sich entdeckten und konsequent zu einem der wichtigsten religiösen Zentren Irlands und Nordeuropas entwickelten. Vor uns eröffnet…

  • Sehenswert

    Slieve League

    Die Klippen von Slieve League Wer von den bekannten Cliffs of Moher mit ihren „nur“ 200 Meter tief in den Atlantik abfallenden Klippen beeindruckt war, sollte unbedingt die Slieve League Klippen in Donegal besuchen. Mehr als dreimal so hoch wie die Cliffs of Moher und touristisch noch wenig erschlossen sind sie ein beeindruckendes Erlebnis. Das Wetter sollte sich schon von seiner schönsten Seite zeigen, wenn man zu den Slieve League Klippen aufbricht. Zumindest trocken und nicht sehr windig sollte es sein. Zum einen hat man dann eine bessere Sicht und zum anderen ist gerade der sogenannte „One-Man‘s-Path“ (der Ein-Mann-Pfad) bei Nässe ziemlich glitschig – aber dazu später mehr. Vom malerischen…

  • Sehenswert

    Legende: Waterford Crystal

    Die Manufaktur ist Legende. Der Name erstrahlt überall auf der Welt, die Kunstwerke sind einzigartig. Waterford Crystal hatte dennoch mit wirtschaftlichen Wirren zu kämpfen. Heute gibt es das Unternehmen sozusagen im Kleinformat. Als Besucher kann man der Entstehung der Glasträumereien beiwohnen. Ein spannender Ausflug in alte Handwerkskunst. Es begann im Jahre 1783 am Merchants‘ Quay im Herzen der Hafenstadt Waterford. Zwei Brüder hatten eine Vision: Die besten Gläser und Dinge, die das Heim verschönern aus dem hochwertigsten Kristall. William und George Penrose starteten ein Geschäft, das gut 200 Jahre später immer noch fasziniert. Es ist die unbegreifliche Schönheit und Transzendenz der Objekte. Ob man sie nun profan auf dem Tisch…

  • Sehenswert

    Verwunschene Glebe Gardens

    Baltimore hat so viel mehr zu bieten, als „nur“ eine Piratenburg. Wenn man in das verschlafen scheinende Örtchen hereinfährt, sollte man unbedingt Halt machen im Garten von Jean und Peter Perry, den „Glebe Gardens“. Wir hatten den Tipp bekommen, doch mal die „Glebe Gardens“ in Baltimore zu besuchen. Also fahren wir wieder ans Ende der Welt und suchen ein Hinweisschild, welches uns den richtigen Weg weisen soll. Wir wussten, wenn wir am Hotel vorbei sind, sind wir schon zu weit. Also umgedreht und siehe da – ein großes Schild am Eingang weist uns den Weg. Es ist noch früh, keine 10 Uhr und wir sind offensichtlich die ersten Besucher. Die…

  • Sehenswert

    Baltimore: die Burg der Juwelen

    Irland. Eigentlich liegt das etwas verschlafen wirkende Örtchen Baltimore am Ende der Welt – danach kommt nur noch viel Wasser und dann irgendwann Amerika. Doch hier war früher mal richtig viel los. Davon zeugt die restaurierte Burg Dún na Séad (Burg der Juwelen), die seit über 800 Jahren über den Hafen von Baltimore wacht. Am Eingang sitzt in einem schmalen Räumchen eine Frau und verkauft die Eintrittskarten. „Ja, schauen Sie sich diese Burg nur an. Sie hat eine sehr lange Tradition und eine wechselvolle Geschichte“, lächelt sie die Besucher an. Und wir erfahren von Bernie MacCarthy, dass sie zusammen mit ihrem Mann 1997 die alte Ruine gekauft hat. In liebevoller…